Die Unternehmensnachfolge ist geplant, die Verträge sind vorbereitet oder bereits geschlossen. Im Betriebsalltag laufen die Entscheidungen weiter über Sie. Die nächste Generation trägt Aufgaben und Titel, gefragt wird weiterhin der Senior. An dieser Stelle entscheidet sich, ob die Übergabe trägt.
Die Nachfolge im Familienunternehmen scheitert selten an der Bewertung, am Gesellschaftsvertrag oder an der Steuer. Sie scheitert daran, dass niemand vereinbart hat, wann der Übergeber aufhört zu entscheiden.
Die Belegschaft zeigt es zuerst. Mitarbeitende sortieren ihre Fragen danach, wer tatsächlich entscheidet, und diese Adresse steht selten im Organigramm. Kunden verlangen weiterhin den Übergeber. Die Nachfolgerin erfährt Entscheidungen, statt sie zu treffen. Wer sich heraushalten wollte, greift ein, sobald es eng wird.
Ich nenne das eine Scheinübergabe: formal ist übergeben, faktisch wird weitergeführt. Darin liegt kein Vorwurf. Wer vier Jahrzehnte lang entschieden hat, hört damit nicht auf, weil ein Vertrag unterschrieben ist. Er hört auf, wenn vereinbart ist, was künftig ohne ihn entschieden wird.
Ungeklärte Zuständigkeiten lösen sich selten von allein. Sie verfestigen sich, und mit jedem Jahr steigt der Aufwand, sie noch zu ordnen.
Solange über Loslassen, Vertrauen und Respekt gesprochen wird, bleibt die Sache persönlich. Beide Seiten haben ihre Gründe, beide fühlen sich verkannt, die Lage verfestigt sich. Sobald über Entscheidungswege gesprochen wird, lässt sie sich bearbeiten. Wer entscheidet über Personal, wer über Investitionen ab einer bestimmten Größe, wer über Preiszusagen an Stammkunden, was gilt, wenn beide Seiten anderer Meinung sind, und wer erfährt davon.
Diese Entscheidungsordnung ist der Hebel, an dem sich eine festgefahrene Übergabe lösen lässt, ohne dass jemand sein Gesicht verliert.
Ich begleite familieninterne Übergaben als Projekt, mit klaren Schritten und einem festgelegten Ende. Am Anfang steht eine bindende Klärungsphase, in der sichtbar wird, wo die Führung tatsächlich liegt und was der Übergabe im Weg steht. Danach entsteht über mehrere Monate eine tragfähige Struktur für den Übergang, mit Reihenfolge, Prüfpunkten und definiertem Abschluss.
Gearbeitet wird mit der abgebenden und mit der übernehmenden Seite, getrennt und gemeinsam. Für einen begrenzten Zeitraum übernehme ich die Rolle einer externen Übergabeinstanz, damit Rollenfragen ihren Ort außerhalb des Familiengesprächs bekommen. Die Zusammenarbeit hat einen Festpreis, der vor Beginn feststeht.
Steuerliche Gestaltung, Unternehmensbewertung, Gesellschaftsvertrag und Erbregelung liegen bei Ihrer Steuer- und Rechtsberatung. Meine Arbeit setzt dort an, wo diese Beratungen enden, bei der Frage, ob die Führung im Alltag tatsächlich übergeht. Beides greift ineinander, und die Reihenfolge entscheidet mit. Eine Übertragung, die vollzogen wird, bevor die Führung getragen wird, erzeugt genau die Lage, die auf dieser Seite beschrieben ist.
Familieninterne Übergaben in inhabergeführten Unternehmen: GmbH und gGmbH, Handwerksbetriebe, produzierende Unternehmen, regionale Dienstleister und soziale Träger. Beim Generationswechsel entscheidet sich in dieser Phase, ob die Nachfolge im Alltag trägt. Ich arbeite deutschlandweit, online und vor Ort, mein Sitz ist in Mecklenburg-Vorpommern.
Angesprochen sind beide Seiten. Übergeber, die ihr Unternehmen in gute Hände geben wollen und feststellen, dass der Alltag sie weiterhin bindet. Nachfolgerinnen und Nachfolger, die formal verantwortlich sind und faktisch noch um Zuständigkeit verhandeln.
Susanne Kruse, Diplom-Kauffrau, Ausbildung als Steuerfachangestellte, zuvor VP Finance in einem internationalen Diagnostikunternehmen, seit 2018 selbstständig. Ich kenne die Zahlen und die Strukturen, in denen Familienunternehmen entscheiden, und ich arbeite an der Stelle, an der Zahlen nichts mehr klären.
Wann sollte die Führungsübergabe beginnen?
Vor dem formalen Schritt. Eine Übertragung, die vollzogen wird, bevor die Führung im Alltag getragen wird, erzeugt einen Zustand, der sich später nur mit erheblichem Aufwand ordnen lässt. Sinnvoll ist der Beginn, sobald feststeht, wer übernimmt.
Wie lange dauert eine Führungsübergabe?
Die Klärungsphase am Anfang ist zeitlich begrenzt. Die anschließende Begleitung erstreckt sich in der Regel über mehrere Monate, mit einem festgelegten Abschluss. Eine Übergabe ohne Endpunkt ist keine Übergabe, sondern ein Dauerzustand.
Was unterscheidet diese Begleitung von einer Unternehmensberatung?
Gegenstand ist die Führung, nicht die Strategie und nicht die Organisation. Geklärt wird, wer künftig was entscheidet und wie diese Ordnung im Alltag Bestand hat.
Was ist, wenn nur eine Seite die Begleitung möchte?
Das kommt selten vor, ist jedoch ein möglicher Ausgangspunkt. Tragfähig wird die Arbeit, sobald beide Seiten beteiligt sind, und der Weg dorthin gehört zur Klärungsphase.
Was kostet die Zusammenarbeit?
Die Begleitung hat einen Festpreis, der sich nach Umfang und Dauer richtet und vor Beginn feststeht. Nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot.
Am Anfang steht ein Gespräch, in dem Sie Ihre Situation schildern und ich Ihnen sage, ob eine strukturierte Führungsübergabe hier sinnvoll ist oder ob andere Schritte anstehen. Eine Absage an dieser Stelle ist ein sauberes Ergebnis.