Vor meiner Selbstständigkeit war ich Vice President Finance eines international tätigen Diagnostikunternehmens, verantwortlich für Buchhaltung, Controlling und Steuern, für Personalführung und für die Bewertung von Zukäufen und Unternehmensgründungen. Ich weiß, was es heißt, Entscheidungen zu tragen. Ich weiß auch, was es heißt, eine Führungsrolle wieder abzugeben. Beides ist die Grundlage meiner heutigen Arbeit.
Ich habe nicht als Beraterin angefangen, sondern im Finanzbereich. Ausgebildet als Steuerfachangestellte, danach Diplom-Kauffrau, bin ich über Konzernrechnungswesen und Controlling bis zur Verantwortung als Vice President Finance gegangen. Dort habe ich Bereiche geführt, Mitarbeiter entwickelt, in- und ausländische Tochtergesellschaften gesteuert und an der Bewertung von Übernahmen mitgearbeitet.
2018 habe ich diese Position verlassen und mich selbstständig gemacht. Eine Rolle abzugeben, mit der man über Jahre identifiziert war, kenne ich daher nicht aus der Theorie. Ich bin diesen Schritt selbst gegangen.
Seitdem arbeite ich als Coach, Mentorin und Interimsmanagerin. In der Begleitung familieninterner Nachfolgen treffen meine beiden Seiten zusammen: das Verständnis für die unternehmerische und finanzielle Wirklichkeit einer Übergabe und die Fähigkeit, Führung und Verantwortung zwischen Menschen tatsächlich zu ordnen.
Die meisten, die Nachfolgen begleiten, kommen von einer der beiden Seiten. Entweder von der Transaktion, also Steuer, Recht, Bewertung und Vermittlung oder von der menschlichen Seite, also Coaching und Mediation. Ich kenne beide.
Aus meiner Zeit im Finanzbereich verstehe ich, wie eine Übergabe steuerlich, vertraglich und betriebswirtschaftlich funktioniert, und an welcher Stelle sie formal geregelt wird. Genau deshalb arbeite ich nicht dort.
Ich arbeite an der Schicht darunter, an der Frage, ob Führung im Alltag wirklich übergeht. Die Transaktion umgehe ich nicht, weil ich sie nicht beherrsche. Ich lasse sie bewusst dort, wo sie hingehört, bei Steuerberatern, Anwälten und Vermittlungsstellen, und kümmere mich um das, was diese zu Recht voraussetzen und selten herstellen.
Ein Beispiel, anonymisiert: ein inhabergeführtes Familienunternehmen, Übergabe von der Inhaberin an die nächste Generation. Über rund zwei Jahre habe ich beide Seiten begleitet, einzeln und gemeinsam.
Die Verantwortung ging nicht an einem Stichtag über, sondern Aufgabe für Aufgabe. Finanzen, Kalkulation, Personalführung, operative Steuerung, jeder Bereich mit klarem Status, sichtbar im Alltag und überprüfbar. Wo die abgebende Seite faktisch weiter in den Betrieb hineinwirkte, haben wir das benannt und Schritt für Schritt aufgelöst, bis die Führung tatsächlich bei der Nachfolge lag.
Am Ende stand der formale Schnitt. Er besiegelte eine Übergabe, die zu diesem Zeitpunkt längst getragen wurde.
Mein Fokus liegt nicht auf Harmonie, sondern auf Handlungsfähigkeit. Eine Übergabe trägt nicht, weil alle einverstanden sind, sondern weil Verantwortung im Alltag tatsächlich gewechselt hat.
Dafür braucht es zweierlei: die Bereitschaft, Unklarheit klar zu benennen, auch wenn es unbequem ist, und den Respekt vor den Menschen, die diesen Übergang gehen. Ich spreche aus, was ich sehe, und lasse dabei jedem sein Gesicht.
Beruflicher Werdegang:
Ausbildung und Qualifikation:
Ich arbeite nicht mit standardisierten Programmen, sondern mit klaren Mandaten und definiertem Rahmen. Beheimatet bin ich in Mecklenburg, geboren in Neubrandenburg, und arbeite überwiegend mit dem Mittelstand.
Wenn Sie einordnen möchten, ob Ihre Übergabe an der Struktur hängt oder am Vertrag, finden Sie den Weg dorthin unter Klärung anfragen.